FOCUSING Anleitung
Diese FOCUSING Anleitung ist Dein Geländer.
Die einzelnen Schritte gehen ineinander über. Sobald Du sie beherrschst, werden sie zu einer fließenden Bewegung.
Die folgende FOCUSING Anleitung macht Focusing erlernbar.
Doch FOCUSING ist organisch und lebendig, weshalb es sich nur bedingt mechanisch darstellen lässt.
Deshalb spricht Gendlin statt von „Anleitung“ manchmal von „Leitfaden“ und statt von „Schritten“ auch von „Bewegungen“. So wie sich Schwimmen nicht auf eine Summe von Bewegungen reduzieren lässt, so ist auch der FOCUSING Prozess mehr als die Summe dieser sechs Schritte.
Diese FOCUSING Anleitung ist Dein Geländer:
Die einzelnen Schritte gehen ineinander über. Sobald man sie beherrscht, werden sie zu einer fließenden Bewegung.
Diese FOCUSING Anleitung in 6 Schritten macht Focusing lernbar.
Doch FOCUSING ist organisch und lebendig, weshalb es sich nur bedingt mechanisch darstellen lässt.
Deshalb spricht Gendlin statt von „Anleitung“ manchmal von „Leitfaden“ und statt von „Schritten“ auch von „Bewegungen“. So wie sich Schwimmen nicht auf eine Summe von Bewegungen reduzieren lässt, so ist auch der FOCUSING Prozess mehr als die Summe dieser sechs Schritte.
FOCUSING:
So funktioniert's
Schritt für Schritt
verständlich erklärt:
Gehe mit Deiner Aufmerksamkeit in Dein Inneres, in Deinen Körper, vielleicht in Deinen Magen oder Deine Brust. Achte darauf, was dort vor sich geht, wenn Du fragst:
«Wie steht es mit meinem Leben? Was ist im Moment für mich das Wichtigste?»
Horche in Deinen Körper hinein, und lass die Antworten langsam von dort kommen. Wenn etwas auftaucht, dringe nicht hinein. Tritt einen Schritt zurück, sag:
«Ja, das ist da. Ich kann es hier fühlen.»
Lass einen kleinen Raum offen zwischen dem Etwas und Dir. Dann frag, was Du sonst noch fühlst. Warte erneut auf die Antwort. Normalerweise sind es mehrere Dinge.
Wähle unter den soeben aufgetauchten Problemen eines aus. Dring aber nicht hinein. Tritt einen Schritt zurück. Natürlich hat das Problem, mit dem Du dich beschäftigst, viele Aspekte – zu viele, um an jeden davon einzeln zu denken. Du kannst aber alle diese Aspekte gleichzeitig fühlen.
Achte auf die Stelle, an der Du gewöhnlich Gefühle empfindest, und sieh, welches Gefühl das Problem in seiner Gesamtheit in Dir auslöst.
Lass dieses komplexe Gefühl auf Dich wirken.
Welcher Art ist dieser unklare Felt Sense? Lass ein Wort, einen Satz, ein Bild aus dem Felt Sense entstehen.
Es kann ein Eigenschaftswort sein, wie «eng, schmutzig, angsteinflößend, blockiert, schwer, nervös», ein Satz oder ein Bild. Bleib in Berührung mit dem Felt Sense, bis Worte oder Bilder kommen, die genau dazu passen.
Geh hin und her zwischen dem Felt Sense und dem Wort (oder Satz oder Bild). Prüfe, wie gut beide zusammenpassen.
Achte darauf, ob ein kleines körperliches Signal Dir bestätigt, dass Du das richtige Wort gefunden hast.
Um das herauszufinden, musst Du Dir sowohl den Felt Sense als auch das Wort vergegenwärtigen. Wenn sich der Felt Sense verändert, muss sich auch das Wort oder das Bild verändern, bis es genau die Eigenschaft des Felt Sense trifft.
Nun frag: «Woran liegt es, dass dieses Problem in mir dieses bestimmte Gefühl hervorruft?»
Achte dabei darauf, dass Du den Felt Sense wieder spürst, frisch und lebendig (und nicht nur in der Erinnerung). Wenn er da ist, berühre ihn, fühle ihn, frag:
«Was macht das ganze Problem so … [setzen Sie Ihre Beschreibung ein]?»
Oder:
«Was ist in diesem Gefühl?»
Solltest Du darauf eine schnelle Antwort erhalten, ohne dass ein «Shift» im Felt Sense eintrifft, lass diese Antwort an Dir vorübergehen. Geh mit der Aufmerksamkeit wieder in Deinen Körper und such den Felt Sense erneut. Dann frag wieder. Bleib in Kontakt mit dem Felt Sense, bis die Antwort mit einem «Shift», einer körperlichen Erleichterung und Entspannung, eintrifft.
Nimm alles, was mit einem Shift kommt, in einer freundlichen Haltung entgegen. Lass es eine Weile auf Dich wirken, selbst dann, wenn es nur eine leichte Entspannung war.
Was auch immer kommt, es handelt sich nur um einen einzelnen Shift unter mehreren, die noch kommen werden. Nach einer kleinen Weile wirst Du weitermachen wollen, doch vorerst halte einen Moment inne.
„Aus diesen sechs Schritten kann man eine Religion machen, aber das wäre ganz falsch.
Sie sind nur ein Leitfaden, um FOCUSING überhaupt erst einmal zu finden; und wenn man sich verliert, kann man immer wieder zu den sechs Schritten zurückkommen. Aber sie vereinfachen natürlich alles, und man soll nicht glauben, dass irgendetwas Menschliches auf sechs Schritte zu reduzieren sei.“
(Eugene T. Gendlin)
Original Anleitung
Zitiert nach Eugene T. Gendlin
“Wenn Sie beim Lesen dieser Anleitung irgendwo eine kleine Weile damit verbracht haben, auf ein unklares, umfassendes körperliches Empfinden eines Problems zu horchen, dann war das Focusing. Es spielt dabei keine Rolle, ob ein Body Shift eintrat oder nicht. Er kommt ohne unser Dazutun. Wir haben keine Kontrolle darüber.”
Eugene T. Gendlin:
Focusing. Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme
VARIANTE 2
Ein spielerischer Weg in den "inneren Garten"
Ein spielerischer Weg in den "inneren Garten"
Du schließt die Augen, atmest durch – und trittst einen Schritt zurück vom Betrieb des Alltags. Wie ein Gärtner, der erst einmal innehält, schaust Du in Deinen inneren Garten. Du siehst Dich um, aber gehst noch nicht hinein!
Welche Gefühle, Gedanken, Stimmungen sprießen gerade in Dir?
Du nimmst sie einfach wahr – ohne sie zu bewerten: Ah, die Vorfreude auf das Wochenende trägt schon viele Blüten. Und da auf dem Boden breitet sich überall der „Wie soll es weitergehen?“-Gedanke aus. Und der Sorgen-Baum am Rand des Gartens wirft seinen großen Schatten.
Das alles — Deine gesamten inneren Bewegungen — nimmst Du vom Eingang aus wahr — mehr nicht.
Nun gehst Du mit Deiner Aufmerksamkeit in Deine Körpermitte. Vielleicht ist da bereits etwas, das sich unaufdringlich bemerkbar macht:
Ein Kribbeln, ein Ziehen, ein irgendwie unwohles Gefühl… Noch ist es unklar und kaum zu greifen.
Dieser “Felt Sense”, wie Gendlin diese vage Ahnung nennt, ist wie ein scheuer Gast an Deinem Gartentor, der Dir etwas sagen will, aber noch nicht spricht. Vielleicht nimmst Du ihn kaum wahr, weil Deine Aufmerksamkeit noch ganz auf den Sorgenbaum gerichtet ist, der doch dringend gestutzt werden müsste, oder bei den Blumen, die schnellstens Wasser brauchen.
Es ist gut, dass sich diese Stimmen laut melden und Du wirst Dich ihnen später widmen, aber für den Moment bleibst Du am Eingang in Deiner Körpermitte.
Jetzt beginnt das Lauschen. Du hörst darauf, was Dir dieses vage Etwas sagen will. Du fragst Dich:
Wie fühlt sich das genau an?
Vielleicht ist es „wie ein aufgeregtes Hüpfen“, „wie der Gesang eines zitternden Vögleins“ oder „wie ein nass-kalter Schrecken“. Du suchst nach Worten, Bildern, Gesten – nach einem Ausdruck, der zu diesem noch nicht ganz Greifbaren passt.
Dies ist keine Rechenaufgabe für den Kopf, sondern eine kreative Aufgabe für Deinen ganzen Körper. Ob jemand anderes diesen Ausdruck versteht, ist nicht entscheidend. Es spielt nicht einmal eine Rolle, ob Dein Kopf ihn versteht — es gilt ausschließlich, ob es sich eben so anfühlt.
Du prüfst, ob das Bild, das Wort, die Geste wirklich stimmt. Dazu nimmst Du den Ausdruck mit nach innen in Deine Körpermitte.
Es ist, als würdest Du dem vagen Etwas einen Ausdruck anbieten, als würdest fragen: „Willst Du vielleicht das sagen?“
Manchmal verändert sich dadurch etwas und kommt in Bewegung: Dann versuchst Du erneut, einen passenden Ausdruck zu finden und diesen mit Deiner inneren Stimme zu vergleichen. Und manchmal verwandelt sich das ganze innere Erleben: Du spürst unmittelbar, sobald Eindruck und Ausdruck übereinstimmen, sobald es wirklich „stimmt“.
– Das vage Etwas antwortet mit einem leichten Aufatmen, einem inneren „Ja, genau so!“
Es entsteht ein Gefühl, als würde sich ein Knoten lösen, eine Last abfallen — als könntest Du jetzt freier und tiefer Atmen. Dann weißt Du, dass Du diese innere Stimme verstanden hast.
Solange der felt sense da und lebendig ist, kannst Du ihn behutsam befragen:
Was macht Dich so „xxx“? Was brauchst Du? Woher kommst Du?
Du fragst, als ob Dir dieses Gefühl als leibhaftige Person gegenüberstände. Du fragst, ganz ohne Druck, ohne die Antwort zu erzwingen, aber aus aufrechtem Interesse und mit echter Zuwendung.
Oft kommen überraschende Einsichten aus Deinem Innersten, wie aus einem tiefen Brunnen.
Abschließend verweilst Du noch einen Moment bei dem, was sich gezeigt hat. Du bedankst Dich für die Begegnung — selbst dann, wenn Du keine vollständige Auskunft erhalten hast und noch Fragen offen sind.
Es geht nicht darum, etwas zu erreichen oder loszuwerden. Es geht darum, verbunden zu sein.
Für den Moment verabschiedet Du Dich von Deiner inneren Stimme – dankbar für die gewonnen Einsichten und offen für alles, was sich vielleicht später noch weiter entwickelt: Auf Wiedersehen!
Erfahre, was Dein Inneres bereits weiß.
Der beste Weg, FOCUSING zu verstehen, ist ...
… es zu ERLEBEN.
Man kann viel über FOCUSING lesen. Doch die eigentliche Erfahrung entsteht erst, wenn man es ausprobiert. Deshalb biete ich Dir die Möglichkeit, FOCUSING kostenlos kennenzulernen.
In einer unverbindlichen Online-Sitzung kannst du erleben, wie sich FOCUSING anfühlt und ob dieser Zugang für dein aktuelles Anliegen hilfreich sein könnte.
Kostenlos. Online. Unverbindlich.
… es zu ERLEBEN.
Man kann viel über FOCUSING lesen. Doch die eigentliche Erfahrung entsteht erst, wenn man es ausprobiert. Deshalb biete ich Dir die Möglichkeit, FOCUSING kostenlos kennenzulernen.
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